Anpacken statt zusehen
Ruhrwort, 3. Januar 2009
Duisburg: Schüler des Abtei-Gymnasiums setzen sich für Bedürftige ein. Es ist bereits eine Tradition: Schüler und Eltern des Abtei-Gymnasiums Hamborn sammelten in diesem Winter wieder Geschenke für Obdachlose und Bedürftige. Allerdings wollten die Schüler der Klasse 8E und der betreuende Schulseelsorger Hermann-Josef Grünhage dieses Mal einfach mehr tun. Sich persönlich einsetzen, mit den Menschen reden und einen Tag lang den Leuten helfen, an denen sonst so oft vorbeigegangen wird. "Ich wollte den Kindern zeigen, was wir damit erreichen und ihnen die Möglichkeit geben, konkret zu helfen", erklärte Grünhage. Gemeinsam mit der Markusgemeinde und St. Franziskus gestalteten sie einen ökumenischen Gottesdienst für die Obdachlosen und Bedürftigen mit anschließendem Mittagessen und einer Bescherung. Nach einer kurzen Begrüßung durch Pater Rainer van Doorn eröffnete der Jugendchor den Gottesdienst. Die Schüler hatten speziell für diesen Anlass ein Krippenspiel vorbereitet, in dem das junge Flüchtlingskind "Assia" Weihnachten kennen lernt - mit der Quintessenz: "Weihnachten ist dann, wenn ich glücklich bin!"
Dass es als Obdachloser oder armer Mensch nicht immer einfach ist glücklich zu sein, machte die anschließende Geschichte deutlich, in der das Schicksal eines Arbeitslosen geschildert wurde. Dort kam die Frage auf: "Ist Gott nur für die Reichen da"? Die Antwort gaben in der Geschichte zwei Pfarrer, die all die Arbeitslosen vor einem geschlossenen Werksgelände versammelten und wo jeder eine Kerze entzündete. In der Gruppe Wärme erfahren, durch die Gemeinde gestärkt werden: Genau das taten dann auch alle in der Kirche und trugen ihre Kerze zum Neugeborenen in der Krippe vor dem Altar.
Im Anschluss war es dann Zeit für das Mittagessen, das auf Grund der über 120 Teilnehmer sowohl an der Markuskirche als auch in St. Franziskus stattfand. An festlich dekorierten Tischen in gemütlicher Atmosphäre wurden, die, Bedürftigen dann von vielen zahlreichen Helfern aus der Gemeinde und den Schülern mit einem leckeren Mittagessen versorgt.
Danach war dann Zeit für die Bescherung, und sowohl Kinder als auch Erwachsene bekamen ein Geschenk von dem großen Berg, den Schüler und auch Gemeinde zusammengetragen hatten. "Als ich die ganzen Geschenke zum ersten Mal sah, fragte ich mich nur, wie das alles verpackt werden soll", erinnerte sich Pater Rainer.
Das stetige Engagement der Gemeinden St. Hildegard, St. Barbara St. Markus und St. Franziskus gepaart mit der Hilfe des Abtei-Gymnasiums (...) kommt bei den Leute an. "Es hilft uns wirklich über die Runden, vor allem auch die regelmäßige Essensausgabe jeden Montag", bestätigte Elke Buetow, die ihre Familie mit Arbeitslosengeld über Wasser halten muss. Nach verrichteter Arbeit schienen die Schüler zufrieden und betonten "Wenn der Schulseelsorger uns fragt, dann sind wir nächstes Jahr sofort wieder dabei." Bei so viel Enthusiasmus kann nur etwas Gutes entstehen.
Daniel Rückleben






