Farbtupfer mit Quark
WAZ Duisburg Nord, 26.01.2009, Melanie Jeromin
Vier Wochen lang arbeitete die Kulturpädagogik-Studentin Theresa Grünhage mit Zehntklässlern und Senioren beim intergenerativen Praxisprojekt. Zusammen malten, spielten, fotografierten und sangen sie.
Mit Alt und Jung zusammen sein und gemeinsam etwas Erleben und Entdecken - so dachte es sich Theresa Grünhage. Sie studiert im 5. Semester Kulturpädagogik an der Hochschule Niederrhein und hatte mit ihrem intergenerativen Praxisprojekt "Farbtupfer" vollen Erfolg. Vier Wochen lang trafen sich freiwillig sechs Schüler der zehnten Klasse des Abtei-Gymnasiums mit einer Gruppe von Bewohnern des Altenheim St. Josef und präsentierten die Ergebnisse ihrer Arbeit.
"Das erste Treffen war schon noch mit Schweigen bedeckt, aber dann lief es besser als erwartet. Wir haben 'Mensch-Ärgere-Dich-Nicht' gespielt. Das hat die Situation aufgelockert und ab da lief alles super. Jeder hat mitgemacht und sich angestrengt", erzählte Theresa Grünhage. "Alt und Jung haben oft Probleme auf einander zu zugehen, da muss schon jemand nachhelfen. Vor allem die alten Menschen fühlen sich oft abgeschoben." So wurden in den vergangenen Wochen zusammen Gesellschaftsspiele gespielt, Weihnachtslieder gesungen und Spaziergänge getätigt.
Und es wurde auch gemeinsam gemalt. Mit den verschiedensten Materialien. So wie mit Quark, der als Bindemittel schon im Altertum in Verbindung mit Erdfarben zum Malen genutzt wurde. Die Schüler und Heimbewohner haben viele Bilder mit den unterschiedlichsten Motiven auf Leinwände gebracht.
Neue Erfahrungen konnten die Senioren zudem mit digitalen Fotos sammeln. Es wurde fleißig geknipst und danach zusammen angeschaut. Dabei sagte jeder Teilnehmer des Projektes, woran ihn seine Fotografien erinnern.
Heimbewohnerin Herta Theobald hatte vor allem Spaß am Malen und hat schon nachgefragt, wann die Jugendlichen wieder zu Besuch kommen. "Es ist ja mal 'was anderes. Die jungen Leute waren sehr nett. Wir konnten gut mit ihnen umgehen", sagte Theobald.
Schüler Sven Kandalowski versprach deshalb auch öfter Besuche im Heim. Durch dieses Projekt hat sich sein Bild von alten Menschen gewandelt. Er hat die positive Erfahrung gemacht, dass die Bewohner trotz ihres Alters und den körperlichen Einschränkungen Spaß am Leben und neuen Erlebnissen haben.
Das Projekt zeigt, dass der Austausch zwischen Jung und Alt öfter stattfinden sollte und auch angeleitet werden muss. "Wir haben hier noch die Nachkriegsgeneration. Es sind authentische Erzählungen von damals und das kann uns kein Geschichtsbuch geben", so Grünhage.






