Gymnasium des Bistums Essen für Mädchen und Jungen

"Mehr als bloßer Aktionismus"

Ruhrwort, 11.07.09

Bilanz: Am Abtei-Gymnasium endete das Jahr der Schulpastoral

„Als Gott die Erde schuf, waren noch alle Menschen glücklich. Heute kommt es aber darauf an, dass wir unsere Verantwortung für die Schöpfung wahrnehmen.“ Während Lara-Carina und Jennifer (12) beim Projekttag des Abteigymnasiums die Erschaffung der Erde als Bild und Collage zu Papier bringen, machen sich ihre Mitschüler am Werktisch Gedanken über die Bedrohung von Schöpfung. „Beim modernen Fischfang“, sagt Franziska (11), „bleiben hunderte Delfine, aber auch Thunfische geschädigt in Netzen hängen. Das ist Anlass genug, über unseren Umgang mit allen Lebewesen auf der Erde nachzudenken.“

Die bunten Collagen und Gemälde der Schüler aus der 6c sind nur ein Beispiel für Unternehmungen und Aktivitäten an diesem Projekttag zum Abschluss des Jahres der Schulpastoral. Denn ob es nun um die kreative Gestaltung eines Gebetbuches ging, um eine religiöse Schnitzeljagd oder, passend zum Ludgerus-Jahr 2009, um ein Gebet am Grab des heiligen Liudger in Werden eins haben alle Projekte gemeinsam: „Es geht uns darum, Gott im Schulalltag zur Sprache zu bringen“, erklärt Schulseelsorger Hermann-Josef Grünhage. Der Religionslehrer freut sich, am Ende des Schuljahres 2008/2009 eine positive Bilanz schulpastoraler Arbeit ziehen zu können: „Letztlich ist es gelungen, christlichen Glauben gezielt für Kinder und Jugendliche erfahrbar zu machen. “Ein Schlüsselerlebnis sollte nach dem Start des Jahres im Frühherbst 2008 nicht lange auf sich warten lassen, berichtet Grünhage. Nachdem wir im Advent Weihnachtspäckchen für Wohnungslose geschnürt hatten, wurde diese Aktion schnell zum Selbstläufer. “Schüler/-innen des Abtei-Gymnasiums geben mittlerweile auch außerhalb der Schulzeit an Obdachlose Essen aus. „Und das absolut freiwillig.“

Es folgte ein Bibeltag für die fünften Klassen der Schule, bei dem die Sextaner wesentliche Inhalte des Alten und Neuen Testaments kreativ umsetzten. Es entstanden zum Beispiel Bastelarbeiten und ein Schauspiel. Eine Veranstaltung, die eher auf ältere Schüler/-innen zugeschnitten war, war die Diskussion über liturgische Fragen mit dem Bonner Theologieprofessor Albert Gerhards. „Wichtig ist mir zu betonen, dass ein solches Bündel an Veranstaltungen auch von entsprechend vielen Personen mitgetragen sein muss“, sagt Grünhage. Seien es Lehrer, Schüler oder andere am Schulleben Beteiligte. Gleichzeitig bedeute Schulseelsorge mehr als das Organisieren von Projekten: „Ich führe Einzelgespräche mit den Schülern, was in der Hektik des Schulalltags oftmals leichter gesagt als getan ist. Außerdem versuche ich gezielt, den Schülern ein Gefühl für Ökumene und den interreligiösen Dialog zu vermitteln.“

Dabei gehe es keinesfalls darum, blinden Aktionismus anzuleiern. „Wir müssen uns vielmehr miteinander bewusst machen, dass es gut ist, an Jesus Christus zu glauben und dies im Schulalltag zu leben.“ Eine Einstellung, die die Schule sicherlich auch im Schuljahr 2009/2010 begleiten wird. Dann wird sich der Fokus von Schwerpunktaktivitäten ein wenig verschieben - von der Schulpastoral zum Lernen mit dem Blick auf die Europäische Kulturhauptstadt Ruhr.2010. F. Bock/uw

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