Gymnasium des Bistums Essen für Mädchen und Jungen

Oper für Anfänger

Vor der Premiere des "Barbier von Sevilla" veranstaltete die Deutsche Oper am Rhein einen Tag rund um den Figaro. Damit Kinder und Jugendliche einen Zugang zur Oper bekommen.

Wenn Sie ein Dutzend Mädchen zwischen sieben und 13 Jahren fragen, ob sie sich mehr für Oper oder fürs Frisieren interessieren - entscheiden sich diese tatsächlich für die Oper! Das war jedenfalls am Wochenende so, beim Kinder-Aktionsnachmittag der Deutschen Oper rund um den "Barbier von Sevilla". Neben Einführung in Inhalt und Musik der Oper gab es auch einen Frisierwettbewerb: Die Mädchen - und ein Junge - durften sich an echten Frisierköpfen austoben. Doch deswegen waren sie nicht gekommen. Die Mädchen nicht. Und der Junge schon gar nicht. Ihnen ging es um die Oper. "Ich bin wegen der Musik hier", sagte auch Julia Bölk (7) und rätselte, was sie mit den Haaren anstellen soll. Soviel zur Jugend von heute.

 

Kinder - ein wertvolles Publikum

Zugegeben: Die meisten jungen Opernfreunde waren nicht aus völlig freien Stücken bei der Veranstaltung: Die Musical- und Theater AG des Abtei-Gymnasiums war eingeladen - und hatte begeistert zugegriffen. Zwar üben die Schüler derzeit "Max und die Käsebande" ein, was nicht direkt der Figaro ist - aber, so Lehrer Werner Kettler, "wir schauen uns gerne einmal etwas bei den Profis ab."

Und zu sehen - und hören - gab es allerhand. Die Maske etwa ließ den Sänger Daniel Djambazian in 15 Minuten runde 30 Jahre altern. "Oh" , staunte selbst der Sänger beim Blick in den Spiegel - und schlüpfte auch musikalisch in eine Rolle als Doktor Bartolo. Die Besucher durften sich über ein kleines Exklusivkonzert freuen. Das entspricht zwar eigentlich nicht den Hörgewohnheiten von Maria (13) und Annette (12), die in ihrer Freizeit eher die "Ärzte" einlegen, war aber trotzdem ganz großartig.

Und genau das war Sinn der Sache - dass die Kinder und Jugendlichen "einen Zugang zur Oper bekommen", so die Theaterpädagogin der Oper am Rhein, Karoline Philippi, die mit dem Einführungsprogramm auch in Schulen geht. Dass sie realisieren, dass sie eben nicht passiv vor dem Fernseher sitzen, "sondern dass da vorne etwas Großartiges abläuft, an dem sie auch mitwirken." Denn eine Opernvorführung sei nun einmal ein Zusammenspiel von Akteuren und Publikum. Gerade Kinder mit ihrer Spontaneität, die "schon mal dazwischenrufen oder an ganz anderen Stellen klatschen", seien besonders wertvolle Operngäste.

Genießen darf die Oper gemeinsam mit ihrer Familie die Abtei-Schülerin Nike Bock. Sie "wusste gar nichts von dem Frisier-Wettbewerb", sagte sie, während sie dem Kopf kunstvolle Schleifen und Bänder verpasste - gewann diesen aber trotzdem. (aha)

NRZ 19.11.2007

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