Gymnasium des Bistums Essen für Mädchen und Jungen

Voneinander lernen

Interessiert lauschen die Schüler den Ausführungen von Rainer Teuber, der sie über die Geschichte des Essener Doms aufklärt. Foto: neu

Abtei-Schüler besuchen mit bosnischen Partnerschülern den Essener Dom

Ruhrwort, 17.05.08

(neu) Über 120 Kinder füllen an diesem Morgen fast die Hälfte der Bänke im Essener Dom. Es sind Schüler von vier fünften Klassen des Duisburger Abtei­Gymnasiums. Unter ihnen auch drei Schülerinnen sowie Don Slavo Grgic von der bischöfli­chen Partnerschule im bosni­schen Bihac, Diözese Banja Luka. Begleitet werden sie alle von fachkundigen Museums­pädagogen, damit sie mehr über den Dom und seinen Schatz erfahren. Bevor die Schüler au einem Rundgang in kleinere Gruppen eingeteilt werden, erklärt ihnen Rainer Teuber, Mitarbeiter der Schatzkammer, dass die Domgeschichte vor über 1150 Jahren ihren Anfang nahm und der Dom früher eine Stifts­kirche war. Ein Stift sei wie eine Art Schule für junge Adelsdamen gewesen, so Teuber. Äbtissin Mathilde, die von 973 bis 1011 dem Stift vorstand, sei sogar eine Nichte Kaiser Ottos II. gewesen. "Die Kinder sollen lernen, dass Kirche eine lange Geschichte hat", erklärt Schulseelsorger Hermann-Josef Grünhage den Sinn des Dombesuchs. Gleich­zeitig sollen sie spüren, dass sie Teil einer großen Gemeinschaft sind."

Etwas dazulernen sowie Anre­gungen sammeln wollen auch die Besucher aus Bosnien. Drei Tage lang ist der katholische Priester Don Slavo, der auch Leiter der bosnischen Schule ist, mit zwei 15-jährigen und einer 16-jährigen Schülerin in Duisburg zu Gast. Ihre Schule befindet sich gerade im Aufbau, und Don Slavo ist deswegen am hiesigen Schulsystem interessiert. Ihm gefällt die familiäre Atmosphäre am Abtei-Gymnasium, aber auch das Gebäude, das licht und freundlich auf ihn wirkt. In Bosnien steht der 34-jährige Priester allerdings vor ganz anderen Herausforderungen, die er mit seinem Besuch auch den Duisburger Schülern näher­ bringt: Obwohl seine Schule katholisch ist, hat sie einen muslimischen Schüleranteil von 90 Prozent. Nach jahrelangen Kriegswirren werden Schüler dort, sozusagen als Zeichen des Friedens, gleich welcher Religi­on gemeinsam beschult.

Für die drei bosnischen Schüle­rinnen ist wiederum der Deutsch­land-Besuch eine echte Heraus­forderung. Sie sind in Gastfami­lien untergebracht, mit denen sie bereits vorher per E-Mail Kontakt hatten. Noch nie zuvor waren sie von ihren Familien getrennt und so weit von der Heimat entfernt.

Interessiert verfolgen auch die Bosnierinnen, die seit zwei Jahren Deutsch lernen, die Führung durch Dom und Schatz­kammer. Am Ende des Morgens eint alle Schüler ein gemeinsa­mer Wortgottesdienst und die Gewissheit, auf unterschiedliche Weise jede Menge voneinander erfahren und Neues gelernt zu haben.

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