Gymnasium des Bistums Essen für Mädchen und Jungen

Kirche muss hier Schule machen

Thomas Regenbrecht spricht über sein Bild von Schule. Besonders Zuversicht will der Direktor den Kindern mit auf den Weg geben. Und "ein gerütteltes Maß an Gelassenheit".

Seit eineinhalb Jahren leitet Thomas Regenbrecht das Abtei-Gymnasium, eine katholische Privatschule. Redakteurin Andrea Micke sprach mit dem Direktor über sein Bild von Schule und darüber, was er seinen Schülern mit auf den Weg geben möchte.

Warum hat Sie gerade die Arbeit an dieser Schule gereizt?

Regenbrecht: Gereizt hat mich die Lage der Schule, das schwierige Umfeld: das sehr starke Spürbarwerden des Niedergangs der Schwerindustrie, die hohe Arbeitslosenquote im Duisburger Norden, die hohe Anzahl ausländischer Zuwanderer und die Schwierigkeiten einer nicht gelingen wollenden Integration.

Wie sehen Sie hier die Aufgabe von Kirche?

Regenbrecht: Kirche muss hier Schule machen. Die Schule wurde vor 100 Jahren gegründet, um an dem rasant wachsenden Industriestandort Hamborn Mädchen Bildungschancen zu geben. Im Grunde ist der Bildungsauftrag von Kirche seither gleich geblieben, wenn es auch nicht mehr allein die Mädchen sind, sondern Kinder aus Zuwandererfamilien, bildungsfernen Familien, aber auch aus bildungsinteressierten Familien, die wir fördern. Wir finden unser Potential an ganz vielen Stellen und wollen im positiven Sinn eine Elite ausbilden, die die anstehenden Aufgaben lösen kann.

Was ist das Wichtigste, das Sie den Kindern mit auf den Weg geben möchten?

Regenbrecht: Wichtig ist Verantwortungsbewusstsein, ein klares Selbstbild, dazu gehört, Entscheidungen treffen zu können, das Wichtigste aber ist Zuversicht.

Was bedeutet für Sie Zuversicht?

Regenbrecht: Zuversicht bedeutet, dass ich Aufgaben annehme in der Gewissheit, sie lösen zu können. Die Grundvoraussetzung für Zuversicht ist die Erfahrung: Es ist wichtig, dass ich da bin. Nach unserem christlichen Menschenbild ist jeder von Gott gewollt, das ist im Grunde identisch mit der pädagogischen Forderung nach individueller Förderung, einer Selbstverständlichkeit für uns.

Sind Sie zuversichtlich, Ihren eigenen Ansprüchen an Schule gerecht zu werden?

Regenbrecht: Ich habe die Zuversicht, Aufgaben zu sehen und sie anzupacken. Was ich den Schülern außerdem mitgeben möchte, ein gerütteltes Maß an Gelassenheit, das Wissen, es kommt nicht nur auf mich an, aber ich tue meinen Teil und am Ende wird alles seinen Weg gehen.

Andrea Micke, NRZ, 08.02.07

 

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