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Nina Luge nach der Debatte
Nina Luge nach der Debatte

Nina Luge Dritte im Finale

Am Ende hat es nicht ganz gereicht: Im Regionalverbundsfinale von Jugend debattiert belegte Nina Luge (8c) den dritten Platz und ist damit knapp nicht in die Landesqualifikationsrunde gekommen. In der Debatte um die Frage, ob ein Mindestgewicht für Models festgelegt werden soll, konnte sie zwar mit einem klaren Eingangsstatement und guten Argumenten punkten, nach ausführlicher Beratung reichte es für die vierköpfige Jury allerdings nicht ganz für die ersten beiden Plätze. Begleitet von ihrer Mutter und vier Mitgliedern der Debattier-AG war Nina nach der Siegerehrung im Ratssaal der Stadt Dinslaken allerdings keineswegs niedergeschlagen und freut sich auf eine weitere Teilnahme im nächsten Durchgang. Für ihren ersten Versuch konnte die Achtklässlerin bereits einen beachtlichen Erfolg verbuchen.

Abtei-Schülerin im Regionalfinale

Nina mit Urkunde
Nina Luge belegte in der Regionalqualifikation von "Jugend debattiert" den 2. Platz.

Nina Luge aus der 8c konnte in der Regionalqualifikation des Wettbewerbs "Jugend debattiert" die Juries durch Sachkenntnis, Ausdrucksvermögen, Gesprächsfähigkeit und Überzeugungskraft beeindrucken und belegte den zweiten Platz. Am kommenden Freitag, 19. Februar 2016, vertritt sie deshalb das Abtei-Gymnasium im Regionalfinale im Dinslakener Rathaus. Die Frage wird lauten: "Soll ein Mindestgewicht für Models festgelegt werden?" Wir wünschen ihr viel Erfolg!

An der Veranstaltung nahmen am Mittwoch auch Robin Fugmann (9d), Fabian Marsic (8d), Vincent Stelzer und Johannes Brill (beide EF) statt, die zwar keinen Medaillenplatz einnahmen, sich aber im starken Wettbewerberfeld ebenfalls gut schlugen. Begleitet wurden die Debattanten von Mitgliedern der Debattier-AG um Selina Groß und Justin Jungbauer sowie Frau Dr. Kuhn, Herrn Schmidt, Herrn Scholz und Herrn Volmer, die auch jurierten. In der Sek I wurden die Fragen debattiert, ob Eltern verpflichtet werden sollen, die Computernutzungszeit ihrer Kinder zu beschränken, und ob in Nordrhein-Westfalen die verbindliche Grundschulempfehlung für den Besuch weiterführender Schulen eingeführt werden soll. Die Sek II stritt über die Fragen, ob die Gemeinde die nächtliche Beleuchtung von Straßen, Plätzen und öffentlichen Gebäuden beschränken soll, und ob regionale Dialekte in der Schule unterrichtet werden sollen.

Der Wettbewerb endet nicht in Dinslaken, sondern führt über die Landes- und Bundesebene bis zum Bundesfinale in Berlin.

Neben den Debattanten waren auch Mitglieder der Debattier-Ag vor Ort.

Jugend debattiert

Auch 2016 ist das Abtei-Gymnasium wieder bei Jugend debattiert dabei.

Im Schulfinale im Selbstlernzentrum schälten sich letztlich in Altersstufe I (8. und 9. Klasse) Nina Luge (8c) und Robin Fugmann (9d) sowie in Altersstufe II (Sek II) Vincent Stelzer und Johannes Brill (beide EF) als Vertreter für die Regionalqualifikation heraus. Gefragt war, ob der Samstagsunterricht wieder eingeführt werden soll (Sek I) und ob auf Kaffeebecher ein Pfand erhoben werden soll (Sek II).

Die Punktsieger werden am Mittwoch, 17. Februar, am Otto-Hahn-Gymnasium in Dinslaken mit Vertretern von anderen Schulen der Region in den argumentativen Wettstreit treten, begleitet von ihren Vertretern Fabian Maršić (8d) und Maximilian Heck (8a) sowie Dennis Redondo Schulz und Justin Jungbauer (beide EF). Auch die Debattier-AG unter der Leitung von Selina Groß (Q1) und Justin Jungbauer begibt sich auf Exkursion nach Dinslaken.

Wettkampfszenen

Abtei-Schüler im Meinungswettstreit bei Jugend debattiert

Wer hat noch nie mit jemandem diskutiert, um seine Wünsche und Ziele umzusetzen? Und wer hat sich dabei noch nie um Kopf und Kragen geredet oder einfach mit einem kräftigen „Basta" seine Position nonverbal durchgesetzt? Diskutieren ist dem Menschen angeboren und die Motivation immer schnell zur Hand: die Steigerung des Wohlbefindens durch erfolgreiche Durchsetzung des eigenen Willens. Weniger nahe liegt da das Debattieren. Ja, das ist etwas anderes als das Diskutieren, denn hier gilt es, die hohe Kunst der Rhetorik zu beherrschen, und wer „Basta" ruft, wird bestenfalls belächelt.

Der Herausforderung, auch in einer geordneten Debatte eine gute Figur zu machen, stellten sich auch im Jahr 2015 wieder zahlreiche Schüler aus den 8. und 9. Klassen und der Oberstufe im Projekt Jugend debattiert. 15 Mädchen und Jungen nahmen sich im Januar und Februar die Zeit, das von Herrn Schmidt und mir geleitete Vorbereitungsseminar zu absolvieren und auf Schulebene gegeneinander anzutreten. Hier lernten und übten sie zum Beispiel, wie man zwei Minuten lang eine Eröffnungsrede ohne Notizen hält, oder wie man am besten auf Argumente der Mitdebattanten eingeht. Mit dem Siegerkranz schmücken sich bei Jugend debattiert nicht die Lautesten oder die Stärksten, sondern diejenigen, die ihr Fachwissen am besten mit Argumenten verknüpfen und damit die Gegenseite höflich und eloquent in ihre Schranken verweisen. Eine Jury aus drei Experten bewertet dabei Sachkenntnis, Ausdrucksfähigkeit, Gesprächsfähigkeit und Überzeugungskraft nach Punkten, was manchmal gar nicht so einfach ist.

Projekttag ...

Sehr überzeugend waren im Schulfinale Jessica Pasek und Justin Jungbauer (beide 9c), die sich somit für die Regionalqualifikation am Otto-Hahn-Gymnasium in Dinslaken in der Altersstufe Sek I qualifizierten. Nachrücker waren Lea Thome und Vinzent Stelzer (auch 9c). Für die Sekundarstufe II nahmen Fee Jonberg und Alexei Chvartsmann (beide Q1) teil. Leider dürfen pro Altersklasse und Schule nur zwei Schüler nach Dinslaken. Zur moralischen Unterstützung wurden die vier aber von der Debattier-Ag unter der Leitung von Selina Groß, Madlen Daumann (beide Q1) und Anna Lauenburger (EF) begleitet. Auch einige der anderen Debattanten von der Schulebene waren vor Ort. Nicht zuletzt begleiteten neben Herrn Schmidt und mir auch Frau Dr. Kuhn und unser Elternpflegschaftsvorsitzender Herr Koulas die Debattanten. Die vier Erwachsenen waren allerdings auch nicht untätig, denn sie waren als Juroren gut beschäftigt. Immerhin debattierten 48 Schüler aus den Schulen der Region jeweils zweimal miteinander.
Debattiert wurden in Hin- und Rückrunde die Fragen „Soll die Teilnahme an den Bundesjugendspielen auch für Schülerinnen und Schüler der Klassen 8-10 freiwillig sein?" und „Soll ein Umweltpfand für Mobiltelefone eingeführt werden?" (Sek I) sowie „Soll bundesweit eine allgemeine Impfpflicht gegen Masern eingeführt werden?" und „Sollen in Deutschland Gigaliner für den öffentlichen Straßenverkehr zugelassen werden?" (Sek II). In den etwa zehn Tagen, die den Teilnehmern für die Vorbereitung blieben, mussten sie in erster Linie klären, was die Fragen überhaupt wollten. Ein Gigaliner ist ein langer Lastwagen. Okay. Aber wie lang? Und wofür ist der gut? Was heißt „öffentlicher Straßenverkehr"? Alle Straßen, also auch die Dr.-Heinrich-Laakmann-Straße? Oder doch lieber nur Autobahnen? Welche Vorteile bietet ein Gigaliner gegenüber Bahn und normalen LKW? Wie sehr belastet er den Asphalt? Je mehr Fakten und Zahlen der Debattant auswendig in der Debatte anbringen kann, desto mehr Punkte kann er unter Sachkenntnis für sich verbuchen.
Natürlich muss man auch Argumente kennen, und zwar für beide Seiten. Die Krux bei Jugend debattiert ist die, dass man erst am Tag der Debatte erfährt, welche Position man vertritt. Man ist gewissermaßen Anwalt der Sache und muss wie der Anwalt vor Gericht seine eigene Meinung gegebenenfalls zurückstellen. Ich mag meinen Mandanten für einen Unsympathen sondergleichen halten und von seiner Schuld im Grunde überzeugt sein, aber das sollte der Richter niemals merken. Jeder hat das Recht auf die bestmögliche Verteidigung. Ebenso mag der Ruf nach einer generellen Masernimpfungspflicht mir mit gutem Grund aus der Seele sprechen, aber wenn ich die Gegenposition vertrete, halte ich die Verpflichtung eben 24 Minuten lang für eine unangemessene Gängelung der freien und emanzipierten Gesellschaft. Und selbst, wenn die vertretene Meinung mir eigen ist, darf ich die Gegenseite nicht als lächerlich oder minderwertig darstellen. Dies wäre im fairen Wettstreit der Meinungen eine unlautere - und Punkte kostende - Vorgehensweise. Die Debatte ist ein Gespräch, kein Kampf.
Der französische Komödiendichter Pierre-Augustin Caron de Beaumarchais äußerte einmal kritisch: „Sachkenntnis ist das letzte, was man für eine lebhafte Diskussion benötigt." Wie beschrieben gilt dies nicht für Debatten, aber hier muss man auch den Begriff der Lebhaftigkeit etwas umdefinieren. Richtig wild geht es nicht zu bei Jugend debattiert. Das Lebhafte an der Debatte ist nicht ihr formaler Ablauf, sondern die inhaltliche und sprachliche Verteidigung der Position. Zunächst sprechen die vier Teilnehmer für jeweils zwei Minuten alleine und präsentieren ihre Position zur vorgegebenen Frage. Zwei sind dafür, zwei dagegen. Hier entwickelt sich aus der Frage der Vorschlag, über den schließlich debattiert wird. Danach geht es für zwölf Minuten in den Austausch, in dem man gut zuhören und sich einbringen muss. Obacht ist geboten, denn die Debatte sollte sich nicht auf Nebenschauplätze verlagern oder sich immer um ein einzelnes Argument drehen. Wichtig ist es, das Ziel vor Augen zu haben, das sich durch den Vorschlag und die Position ergibt. Am Ende hat jeder eine Minute Zeit, die Debatte zusammenfassend zu bewerten und seine Meinung auf den Punkt zu bringen. Somit ist nach 24 Minuten spätestens Schluss, was durch Glockensignale im Zweifelsfall sehr deutlich angezeigt wird. Wer seine Zeit nicht effektiv nutzt, zu viel oder zu wenig sagt, muss damit rechnen, weniger Punkte zu bekommen als gewünscht. Das ist allerdings mehr eine Frage des Trainings als des Talents.
Wie man sieht, ist das Debattieren nicht immer leicht. Es kann aber auch mächtig Spaß machen, denn wann hat man schon die Gelegenheit, sich ernsthaft und konzentriert mit bekannten oder fremden Schülern auf hohem Niveau geistig zu messen? Gerade die schweren Positionen bieten die Chance, neue Seiten an sich zu entdecken und sein Potential voll auszuschöpfen. Darüber diskutieren, dass man ein neues Smartphone braucht, kann jeder. Was wäre aber, wenn man ein Handyverbot für alle unter 16 verteidigen soll? Und wer sich in der Debatte nicht optimal präsentiert, bekommt von der Jury gut gemeinte Tipps zur Verbesserung für das nächste Mal.

Regionalfinale ...

In Dinslaken wurden pro Altersklasse wieder nur zwei Schülerinnen und Schüler weitergelassen - wie gesagt, von jeweils 24. Da wird es ein hartes Rennen um die Gewinnerplätze. Unter den Punktsiegern war diesmal niemand vom Abtei-Gymnasium, aber Fee Jonberg konnte sich einen der Nachrückerplätze sichern und fuhr somit zwei Tage später mit zum Finale im Dinslakener Rathaus, wenn auch im Endeffekt „nur" als Zuschauerin. Debattiert wurde von der Sek II die Frage „Sollen von unseren Städten mehr Flüchtlinge aufgenommen werden?" Fee konnte der Veranstaltung auch ohne eigene Teilnahme viel abgewinnen: „Es war beeindruckend zu sehen, wie viel Inhalt und Argumentation man in einer Debatte von 24 Minuten zu sehen bekommt. Das sprachliche Talent der Teilnehmer hat mir das Zuhören leicht gemacht. Außerdem ist es immer wieder schön zu sehen, wie sich Menschen auf einer intellektuellen Ebene auseinander setzen."
Die Regionalsieger durften sich neben der Teilnahme an den Debatten auf Landesebene über ein sogenanntes Siegerseminar freuen, in dem sie ihre Debattierfähigkeiten weiter schulen konnten. Ganz leer ging aber auch Fee Jonberg nicht aus, denn sie gewann als erfolgreiche Regionalkandidatin die Möglichkeit, an einem kommunalpolitischen Workshop im Rathaus von Dinslaken teilzunehmen. Dort wurde an drei Tagen mit Vertretern der Lokalpolitik zu jugendspezifischen Themen gearbeitet. „Die Veranstaltung hatte weder krampfhaft jugendnahen (meine Güte, Kommunalpolitik ist so hip) Charakter, noch hatte man beim Lernen Langeweile," zeigte sich Fee Jonberg nachher erfreut. „Highlight war natürlich die abschließende Ratssitzung mit eigenen Anträgen, immerhin unter der Leitung des Oberbürgermeisters und mit Vertretern der Presse als Gästen."

Wir freuen uns immer über Interessenten und Teilnehmer aus den Klassen 8 bis Q1. Gegen Ende des Jahres wird es weitere Informationen geben. Unter www.jugend-debattiert.de gibt es viel Wissenswertes für Interessierte. Für alle, die sich fragen, ob sie geeignet sind, hat Fee Jonberg einen Rat, den wir voll unterschreiben: „Ich kann jedem nur empfehlen, sich weder durch die wohlgewählten Formulierungen der Anderen abschrecken zu lassen, noch den Wettbewerb für übermäßig spießig zu halten. Die Besten sind immer die, die sich am meisten zutrauen. Haltet euch nicht an irgendwelchen Regeln fest, argumentiert sinnvoll und selbstbewusst." Basta.

Michael Scholz, Schulkoordinator Jugend debattiert