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Notengebung und Versetzung am Ende der Klasse 9 im Schuljahr 2019/2020

Sehr geehrte Eltern, liebe Schülerinnen und Schüler,

seit dem 13. März ruht der Unterrichtsbetrieb in Nordrhein-Westfalen, und auch Ihre Kinder haben die Schule seitdem nicht mehr betreten. Die Fachlehrer Ihrer Kinder versorgen diese mit Lernmaterial und Arbeitsaufgaben, die viele von Euch, liebe Schülerinnen und Schüler, auch sehr fleißig, sorgfältig und in vielen Fällen mit sehr schönen Ergebnissen bearbeiten. Das Lernen geht also weiter.

Nun kann von einem „Normalzustand“ der Schule auch in diesen Wochen natürlich keine Rede sein, und dies wird voraussichtlich bis zu den Sommerferien so bleiben, selbst wenn es möglich werden sollte, dass die Schülerinnen und Schüler zumindest tageweise wieder in die Schule kommen. Es sind zwar noch acht Wochen bis zum Zeugnistermin, dennoch wollen Sie und Ihre Kinder möglichst schnell und vor allen Dingen zuverlässig wissen, wie denn im Sommer die Schullaufbahnen fortgesetzt werden können. Dazu kann ich Ihnen und Euch heute einige allgemeine Hinweise geben; die Klassenlehrer haben am Montag dieser Woche in einer Konferenz das aktuelle Leistungsbild aller Schüler geprüft und Beratungsmöglichkeiten erörtert. Bereits vor zwei Wochen sind die Familien schriftlich informiert worden, bei denen die Versetzung des Kindes aufgrund von Defiziten aktuell gefährdet ist. In den nächsten Tagen wird sich in diesen Fällen der Klassenlehrer Ihres Kindes noch einmal telefonisch oder per Mail bei Ihnen melden und einen Beratungstermin vereinbaren. Gern können Sie aber auch unmittelbar mit ihm oder auch mit den Fachlehrern Kontakt aufnehmen, am einfachsten natürlich per Mail.

Der Landtag NRW hat am 30. April einer Änderung des Schulgesetzes und der Ausbildungs- und Prüfungsordnungen zugestimmt. Danach wird am Ende der Klasse 9 durch eine Versetzungskonferenz entschieden, ob Ihr Kind in die Einführungsphase der gymnasialen Oberstufe versetzt wird und damit zugleich einen ersten Schulabschluss (Hauptschulabschluss nach Klasse 9) erwirbt. Diese Versetzung wird ausgesprochen, wenn Ihr Kind in allen Fächern die Anforderungen des Bildungsgangs erfüllt, also mindestens ausreichende Noten bekommt. Während sonst vor allem die Leistungen des zweiten Halbjahres die Grundlage der Notengebung darstellen, werden in diesem Jahr auch die Leistungen des ersten Halbjahres und die Halbjahresnote bei der Versetzungsentscheidung mit einbezogen. Die im zweiten Halbjahr im Unterricht bis zum 13. März erbrachten Leistungen sowie die bis dahin geschriebenen Klassenarbeiten werden selbstverständlich gewertet, ebenso Leistungen, die in einem möglichen Unterricht nach Wiederaufnahme des Unterrichtsbetriebs in den nächsten Wochen erbracht werden. Die vielen schönen Beiträge der Schüler in der Phase des Lernens auf Distanz berücksichtigen die Fachlehrer bei der Notenbildung positiv.

Auf Wunsch des Schülers/der Schülerin bekommt Ihr in den nächsten Wochen Gelegenheit, zusätzliche Leistungen zur Verbesserung der Noten (also zum Beispiel besondere Lernaufgaben, Referate, Vorträge und ähnliches) einzubringen; dazu wendet Euch bitte unmittelbar an die Fachlehrer. In den schriftlichen Fächern, in denen in diesem Halbjahr bisher keine Klassenarbeit geschrieben werden konnte, können die Fachlehrer, falls eine solche Klassenarbeit bis zu den Sommerferien nicht mehr stattfinden kann, ebenfalls mögliche Formen der Leistungsfeststellung mit Euch vereinbaren. Auch hier gilt, dass sich Leistungen, die Ihr im „Distanzlernen“ erbringt, grundsätzlich nur positiv auf Eure Zeugnisnote auswirken können. Ob wir den Schülern, die in diesem Halbjahr (zum Beispiel wegen Krankheit) eine Klassenarbeit versäumt haben, noch einen Nachschreibtermin anbieten können, ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht absehbar.

Dennoch wird es Schülerinnen und Schüler geben, die in einem oder mehreren Fächern deutliche Leistungsdefizite haben und diese durch die besondere Situation auch nicht mehr angemessen aufholen können. Hier werden wir bei der Versetzungskonferenz in jedem Einzelfall sorgfältig prüfen, ob wir unter Berücksichtigung der Leistungsentwicklung im gesamten Schuljahr noch eine Versetzung aussprechen können, obwohl nicht in allen Fächern mindestens ausreichende Noten erreicht wurden. Die Erlasse zu den Versetzungsregelungen geben dabei vor, ob das unmittelbar möglich ist (zum Beispiel wenn eine mangelhafte Note in einem Fach durch befriedigende oder bessere Noten in anderen Fächern ausgeglichen werden kann) oder ob der Schüler/die Schülerin die Versetzung auch durch Nachprüfungen in einem oder mehreren Fächern erreichen kann. Dazu wird Sie Ihr Klassenlehrer in den nächsten Tagen ausführlich beraten, damit Sie und Ihr Kind sich auf die Situation einstellen und entsprechende Vorbereitungen treffen können. In Einzelfällen wird auch zu überlegen sein, ob nicht ohnehin eine Wiederholung der Stufe 9, gegebenenfalls auch an einer anderen Schulform, für Ihr Kind die bessere, weil mehr Erfolg versprechende Lösung ist. Suchen Sie in allen Fällen das vertrauensvolle Gespräch mit Ihren Fach- und Klassenlehrern, gern auch mit Herrn Schmidt als Koordinator der Mittelstufe oder mit mir.

Für die anstehenden Beratungen, vor allem aber für die kommenden Wochen des „Lernens in verantwortungsvoller Annäherung an die Normalität“ wünsche ich Ihnen und Euch weiterhin langen Atem, Geduld und Fleiß.

Mit freundlichen Grüßen

Thomas M. Regenbrecht
Schulleiter