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Abtei tanzt

Sowas erlebt man wahrlich nicht alle Tage: 60 Kinder aus den Stufen 5 bis 9 brachten nach einem Jahr harter Arbeit am vergangenen Freitag und Montag ihr 90-minütiges Projekt „Abtei tanzt“ auf die Bühne der Aula. Aufgeteilt in Gruppen hatten sie zuvor unzählige Stunden ihrer freien Zeit in Pausen, Freistunden und zuhause gegeben, um am Ende des Schuljahres von Eltern, Geschwistern, Großeltern, Mitschülern, Freunden und Lehrern den wohlverdienten Applaus zu ernten. Als Trainerinnen standen ihnen dabei die Schülerinnen Leonie Völker (Q2), Ronja Thomas (9d) und Jana Buk (9a) mit Rat und Tat und choreographischer Kompetenz zur Seite.

Leonie, die seit 2012 die Tanz-AG „Thundersteps“ leitet, organisierte die beiden Tanzabende federführend neben ihrer Arbeit für das Abitur, das sie vor kurzem mit großem Erfolg „nebenbei“ absolvierte. Bei so viel Einsatz konnte auch unser Schulleiter Herr Regenbrecht auf der Bühne nur noch seiner Begeisterung über so viel Einsatz aller Beteiligten und insbesondere der Trainerinnen Ausdruck verleihen. Es war eine Freude, den Kindern beim Tanzen zuzusehen, und die Eltern können mit Recht stolz auf ihre Töchter und Söhne sein.

Tanz-Projekt 2017

„Und nochmal von vorne“, hallt es am Dienstagmorgen durch die Gymnastikhalle. Konzentriert formatieren sich die acht fleißigen Tänzerinnen erneut und machen sich für einen weiteren Durchgang bereit.

Seit nun mehr als einem halben Jahr gibt es das Tanzprojekt am Abtei-Gymnasium, von Schülern für Schüler. „Wir wollten ein flächendeckendes Tanzangebot für die Sek I an unserer Schule ermöglichen“, sagt Ronja Thomas, eine von drei Trainerinnen, darüber, wie das Tanzprojekt entstanden ist.

Und genau das haben die drei Trainerinnen Ronja Thomas (9d), Jana Buk (9a) und Leonie Völker (Q2) auch getan. Seit Anfang des Schuljahres trainieren rund 60 Kinder von der fünften bis zur siebten Klasse unter den Trainerinnen und entwickeln mit ihnen zusammen abwechslungsreiche Choreografien, um diese dann am Schuljahresende Verwandten, Freunden und der Schulgemeinde zu zeigen.

Die große Anzahl an Interessierten war anfangs etwas unübersichtlich, aber eine Aufteilung in neun Gruppen ermöglicht das regelmäßige Trainieren der Kleingruppen einmal im Monat. So hat jeder die Chance, sich in Ruhe mit dem Thema „Tanz“ auseinander zu setzen, zu sehen, wie eine Gruppenchoreografie aufgebaut ist, seine eigenen Ideen einzubringen und verschiedene Tanzstile auszuprobieren: „Wir wollten den Kindern zeigen, wie vielfältig der Tanzsport ist, weshalb jede Gruppe zwei sehr unterschiedliche Stücke erarbeitet“, erklärt Jana Buk.

Während im ersten Halbjahr Hip Hop, Streetdance und Showtanz auf dem Programm standen, beschäftigen sich die angehenden Tänzerinnen und Tänzer jetzt größtenteils mit den Stilrichtungen Jazz, Lyrical und Modern Dance, was vor allem bei den jungen Tänzerinnen gut ankommt: „Anfangs war ich ein wenig skeptisch, weil die Musik so langsam ist, aber Modern Dance macht mir besonders viel Spaß“, sagt Marlene aus der 6a in der Feedbackrunde am Ende der Trainingsstunde.

Die Trainingsstunden sind immer gleich aufgebaut: Da jeweils zwei Gruppen parallel trainieren, treffen sich am Anfang der Stunde alle zusammen. Nach einer kurzen Begrüßung teilen sich die Gruppen und arbeiten in den folgenden 45 Minuten fleißig an ihren Choreografien. Hierbei werden nicht nur die Bewegungsabläufe gelernt, sondern eine Stunde beinhaltet meistens auch noch Technikübungen und Hintergrundwissen: „ Diese Bewegung ist typisch für Jazz Dance und kommt ursprünglich vom Ballett“, hört man deshalb in manchen Trainingsstunden. „Ich mag es, dass die Trainerinnen so viel erklären, das hilft mir die Schritte besser zu verstehen“, freut sich Lara aus der 7a. Am Ende der Stunde treffen sich beide Gruppen nochmal um sich gegenseitig zu zeigen, was sie erarbeitet haben. Trainiert wird nicht nur einmal im Monat, sondern auch fleißig zuhause, und viele Schülerinnen und Schüler sind sogar so motiviert, dass sie sich in ihren Pausen treffen, um gemeinsam zu üben. „Es ist super mit so vielen verschiedenen Kindern zu arbeiten und zu sehen, wie viel Spaß alle an dem Projekt haben“, sagen Ronja, Jana und Leonie, wenn man sie fragt, wieso sie das alles überhaupt machen.

Für das Ende des Schuljahres ist sogar noch ein Trainingslager geplant, um den Choreografien den letzten Schliff zu verleihen, sodass zu den großen Aufführungen am 30.06.17 und am 03.07.17 alles bereit ist. Die Schülerinnen und Schüler können es kaum erwarten, das Gelernte allen zu zeigen, und hoffen deshalb natürlich auf viel Publikum. Bis dahin aber wird noch fleißig trainiert, damit auch jeder Schritt sitzt.