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Anne Frank war eine Jugendliche mit Träumen - wie wir alle und IHR ist es passiert!

Liebe Anne,

stell dir vor: dein Vater hat dein Tagebuch veröffentlicht und er hat aus dem Hinterhaus der Firma ein Museum gemacht! Ich finde das gut, weil unsere Generation mit deinem Tagebuch besser versteht, was in deiner Zeit passiert ist und wie schlimm es für euch und ganz viele andere Menschen war. Das Hinterhaus haben wir mit unserer Schulklasse besichtigt und ich habe mich gefragt, wie du es geschafft hast auf so engem Raum mit noch sieben Menschen über eine längere Zeit zu wohnen. Dann musstest du auch noch ganz leise sein, damit die Mitarbeiter der Firma euch nicht hören konnten. Ich glaube, ich hätte das schon nach einer Woche nicht mehr ausgehalten. Aber am schlimmste hätte ich gefunden, dass man nicht rausgehen konnte und dass man nicht aus dem Fenster gucken durfte, weil man sonst vielleicht gesehen worden wäre.

Ich kann mir gar nicht richtig vorstellen, wie die Polizei in euer Versteck gekommen ist und euch entdeckt und mitgenommen hat. Es muss schrecklich für euch gewesen sein und ihr hattet wahrscheinlich Todesangst. Ich hoffe, dass so etwas nie wieder jemandem passiert, denn kein Mensch sollte Todesangst haben. Es muss schlimm für dich gewesen sein deine ganzen Freunde, deine Familie und deine Katze zurückzulassen. Ich weiß nicht, wie es für mich wäre, wenn ich meine Freunde und meine Familie vielleicht nie mehr wiedersehen könnte und nicht wüsste, ob sie schon in ein Konzentrationslager gebracht wurden oder ob sie überhaupt noch am Leben sind. Ich finde es furchtbar, dass die Familien in den Konzentrationslagern getrennt wurden und dass die Nazis die Menschen einfach haben verhungern oder an Krankheit sterben lassen. Die Menschen in den Konzentrationslagern wurden wie Vieh behandelt.

Durch dein Tagebuch kennen wir mehr Einzelheiten und wir verstehen jetzt besser wie es dir und wahrscheinlich auch vielen anderen Menschen ergangen ist. Niemand der deine Geschichte kennt und sich mit ihr auseinandergesetzt hat möchte, dass so etwas noch einmal passiert. Diese schlimme Zeit darf nicht vergessen werden und muss immer in Erinnerung behalten werden. Ich hoffe, dir geht es gut wo du jetzt bist.

Viele liebe Grüße, deine Louise

 

Liebe Anne,

ich war vor ein paar Tagen bei dir im Hinterhaus. Ich finde es sehr bewundernswert, wie du und deine Familie es ausgehalten haben, euch in den engen Räumen zu verstecken, obwohl eure Angst sehr groß war. Du hast in deinem Tagebuch oft über deine Gefühle geschrieben, wie es ist gehasst, zu Unrecht verurteilt oder missverstanden zu werden. In unserer Gesellschaft gibt es immer wieder Zwischenfälle, bei denen Leute verfolgt werden, da sie den „Anforderungen“ nicht entsprechen. Ich finde deine Haltung zu dem Thema sehr bemerkenswert und ich finde, dass du ein sehr starkes Mädchen bist.

Durch deine Geschichte lernen wir heute noch, wie wichtig es ist, dass Hass, Vorurteile und Gewalt eigentlich nichts in der Welt zu suchen haben. Die Vergangenheit hat sich leider so ereignet, doch ich habe noch Hoffnung, denn die Zukunft kann man verbessern.

P.S: Anne, dein Vater hat dein Tagebuch veröffentlich! Stell dir vor, du bist weltweit bekannt und dein Buch wurde 30 Millionen Mal verkauft! Sei stolz auf dich! Du hast ein wichtiges Zeichen gesetzt!

Deine Isabell


Hallo Anne!

Ich bin’s Caro. Es gibt so vieles worüber ich erzählen möchte und gleichzeitig auch so vieles, das ich dich fragen möchte. Ehrlich gesagt, weiß ich gar nicht wo ich anfangen soll.

Wie du vielleicht weist, komme ich ebenfalls wie du aus Deutschland. Deiner früheren Heimat. Obwohl… nachdem was dir alles in jenem Land zugestoßen ist, frage ich mich, ob du Deutschland oder die Niederlande überhaupt noch als deine Heimat sehen kannst. Ich habe schon vieles über deine Vergangenheit, beziehungsweise vieles über dein früheres Leben in beiden Ländern gelesen. Jetzt fragst du dich wahrscheinlich woher ich solche Informationen habe. Immerhin bist du ein ganz normales Mädchen und ganz nebenbei kennen wir uns noch nicht mal richtig. Wenn dies deine Gedanken waren, liegst du falsch. Du bist viel mehr als du denkst. Deine Geschichte und die der Menschen deiner Zeit erschütterten die Welt. Das Buch, von dem vorhin die Rede war, ist dein altes Tagebuch, Anne. Das Tagebuch der Anne Frank. Jetzt fragst du dich wahrscheinlich wie ich da drangekommen bin. Aber dazu komme ich später. Ich bin einfach beeindruckt wie deine Eltern mit der ganzen Situation umgegangen sind. Das sie, obwohl ihnen durchaus bewusst war, dass die Wahrscheinlichkeit mit dem Verstecken durchzukommen sehr gering war, sich dennoch Mühe gegeben haben dir und deiner Schwester Margot eine möglichst normale Kindheit zu ermöglichen. Euch bestmöglich mit den Dingen versorgt haben, die ihr euch aufgrund der Diskriminierung im Land nicht leisten konntet. Damit spiele ich besonders auf das von deinem Vater eingerichtete Heimkino an. Ihr müsst euren Eltern sehr viel bedeutet haben. Ob du es glaubst oder nicht, sowas ist einfach nicht selbstverständlich.

Ich kann mir in meinen schlimmsten Träumen nicht vorstellen wie es gewesen sein muss, von den normalsten Sachen der Welt von einem auf dem anderen Tag ausgeschlossen zu sein. Nicht wie die anderen Kinder in der Nachbarschaft, die Kinder der „arischen Rasse“ wie die Nazis es genannt haben, Veranstaltungen oder Einrichtungen besuchen zu können. Ständig auf der Flucht zu sein. Gefühlte tausend Male umzuziehen und versuchen neu anzufangen. Irgendwo, ganz weit weg. Weg von den Nazis.

Als ich darüber nachgedacht habe, habe ich mich auch gefragt wann du diese „Abstemplung“ beziehungsweise die „Feindseligkeit“ den Juden gegenüber am meisten gespürt hast. Dann fragte ich mich auch wann du so richtig angefangen hast zu verstehen, dass etwas in der Welt gerade nicht richtig läuft? Dass die Nazis dabei sind sämtliche Juden in Europa auszulöschen. Immerhin bist du, Anne, als ganz schlaues Köpfchen bekannt.

Mir ist jedoch auch bekannt, dass du nicht gerade das beste Verhältnis mit deiner Mutter gepflegt hast. Wie kam es dazu? Auch heute ist es nicht gerade selten, dass Jugendliche in unserem Alter ein besseres Verhältnis zu dem einen Elternteil pflegen als zum anderen. Es ist einfach normal. Menschlich. Es wird immer den einen oder anderen Menschen geben, den man nicht so sehr mag. Wann hast du sie am meisten gebraucht, sie aber nicht da war? Jetzt erst mal genug dazu.

Ich glaube, ich habe nicht wirklich das Recht, dir irgendwo Vorwürfe zu machen. Ich habe auch einiges über deine Freundinnen gelesen, Hanneli Goslar und Susanne Ledermann. Ihr scheint sehr eng befreundet gewesen zu sein. Schon fast unzertrennlich. Eine enge und ehrliche Freundschaft. Solche Freundschaften gibt es auch heute noch, doch habe ich das Gefühl, sie sein heutzutage schwerer zu finden. Also so war es bei mir. Ich fand es schwer, anderen Menschen mein Vertrauen zu schenken, weil ich einfach schon viel zu oft enttäuscht und verletzt wurde und heute immer noch Angst habe es wieder zu werden. Ich will nicht wissen wie schlimm es für dich war, von deinen engsten Vertrauten enttäuscht zu werden.

Aufgrund der Art und Weise wie du in deinem Tagebuch die lauten Nächte beschrieben hast, in denen man in der Ferne die Bomben regnen hörte, und aufgrund meines Wissens aus dem Geschichtsunterricht über die Konzentrationslager, halte ich es für absolut notwendig, die Geschichten der Vergangenheit weiterzugeben, damit die Menschen nicht vergessen, wozu Dinge wie Diskriminierung, Gewalt, Hass, Rassismus und mehr führen können. Ich frage mich was du tun würdest um Solchen Sachen vorzubeugen.

Und durch das Wort „Geschichtsunterricht“ habe ich mich ja schon fast verraten: Ich wollte dir ja noch erzählen, wie ich an dein Tagebuch gekommen bin. Eigentlich eine ganz einfache Geschichte. Dein Vater, Otto Frank hat alles dafür getan, dass dein Tagebuch veröffentlicht wird. So kam es, dass dann auch das eine Anne-Frank-Stiftung gegründet wurde. Ich möchte dir eigentlich noch so viel erzählen aber dann würde der Brief wahrscheinlich gar kein Ende mehr nehmen. Ich schreibe dir bald wieder.

Liebe Grüße, Deine Caroline

 

Liebe Anne,

letzte Woche war ich auf einer Exkursion mit meiner Klasse zu eurem Hinterhaus. Ich war sehr gespannt auf die Sachen, die mich erwarten werden würden - welche Gefühle mich überkommen würden. Eure Geschichte ist ein kleines, berühmtes Geheimnis.

Dieser Ausflug war wichtig für mich, denn jetzt kann ich mich besser in deine Lage versetzten. Es muss als Mädchen nervenauftreibend gewesen sein, in einem winzigen Versteck mit mehreren Leuten festgehalten zu werden. Auch konntest du nicht herum experimentieren- mit deinem Stil, deinem Geschmack und Freundschaften. Viele sehen dich als Vorbild. Du kannst stolz auf dich sein. Es gibt 30 Millionen Exemplare deiner Geschichte in den verschiedensten Sprachen. Du bist auf eine traurigen Art und Weise berühmt geworden, aber du berührst viele Menschen. Danke, dass du das alles mit uns geteilt und uns dein kurzes Leben beschrieben hast. Du bist jetzt eine bekannte Autorin geworden.

P.S Man kann die Vergangenheit zwar nicht mehr ändern, aber man kann daraus lernen!

Liebe Grüße, Sera

 

Liebe Anne,

ich weiß nicht, ob dir bekannt ist, dass dein Vater dein Tagebuch veröffentlicht hat. Ich habe mich in letzter Zeit sehr damit beschäftigt. Das was du in deinem Tagebuch beschrieben hast, war sehr ergreifend. Ich könnte mir gar nicht vorstellen, jahrelang in einem Hinterhaus zu leben, in dem man sich nur zu bestimmten Uhrzeiten bewegen darf.

Als du im Hinterhaus gelebt hast, warst du in meinem Alter. Für mich ist diese Situation unvorstellbar und ich hoffe, dass kein Mensch mehr so leben muss wie du gelebt hast. Denn durch dein Tagebuch wird vielleicht manchen Menschen erst klar, dass sie nicht so leben möchten, wie du leben musstest. Denn man lernt aus Geschichten und aus deiner sollte man auch lernen und es nie wieder zu solchen Situationen kommen lassen. Deshalb finde ich, dass man die Vergangenheit nicht ruhen lassen sollte, sondern sie erforschen sollte!

An deinem Tagebuch gefällt mir, dass es zwar Krieg und Hass enthält, aber zugleich die junge Liebe, die Hoffnung, die Träume und die berührende Schilderung deiner Familie. Meiner Meinung nach sollte jeder dein Tagebuch und somit deine berührende Geschichte gelesen haben.

Deine Laura


Liebe Anne,

in den letzten Wochen habe ich mich damit beschäftigt, dein Tagebuch zu lesen.

Ich war und bin schwer beeindruckt von diesen Erlebnissen, diesen Gefühlsausdrücken und Gefühlswelten. Ich habe diese Schriften auch sehr emotional gelesen, was auch an deiner Technik, dich auszudrücken, lag. Schon bei deiner Flucht nach Holland bekam ich Wutausbrüche, da die Nazis unschuldige Menschen wie dich und deine Familie einfach der Hölle auslieferten. Aber genug davon.

Ich wollte dich nämlich wissen lassen, dass dein Traum, Journalistin zu werden, so wie du es ausführlich in deinem Tagebuch beschrieben hast, in Erfüllung gegangen ist.

Dein Vater hat die Tagebucheinträge und Schriften veröffentlicht. Du bist nun eine berühmte Schriftstellerin, so wie du es dir gewünscht hast!

Ich hoffe, dass wir von nun an eine bessere Zukunft vor uns haben, ohne Verachtung, Hass, Gewalt, Rassismus und Antisemitismus. Denn diese Zeit muss uns eine Lehre sein. Solche Qualen dürfen das Leben von Menschen nie mehr bestimmen!

Liebe Grüße, Rebekka


Liebe Anne,

dein größter Wunsch war es, Schriftstellerin zu werden und stell dir vor: jetzt bist du sogar eine, denn dein Tagebuch wurde von deinem Vater veröffentlicht! Dein Buch, das unter dem Namen "Das Tagebuch der Anne Frank" bekannt ist, ist mittlerweile auf der ganzen Welt bekannt und wird von jedem mit dem Terror des NS-Regimes assoziiert. Auch wenn man dich als Person gar nicht kennt, geben deine tiefgründigen aber hoffnungsvolle Gedanken und dein Durchhaltevermögen vielen Menschen, die sich zum Teil mit dir identifizieren können, Hoffnung.

Zudem muss ich gestehen, dass deine Art, deine Geschichten zu schreiben, das zu tun was du liebst, und alles andere auszublenden, bewundernswert finde. Dieses Element werde ich versuchen, auch in meinem Leben zu anzuwenden, um mich auf meine Ziele und das, was ich gerne mache zu fokussieren und nicht anderweitig meine Energie zu verschwenden. In der heutigen Zeit hat dein Tagebuch eine große Bedeutung, da du verdeutlichst welches Übel der Nationalsozialismus über die Menschen gebracht hat und wir deshalb immer achtsam bleiben müssen, dass sich sowas nicht wiederholt. Ich denke, als 15-Jähriger kann ich deine Probleme verstehen und nachvollziehen, wie schwer es für dich gewesen sein muss. Dennoch bist du tapfer gewesen und hast nie die Hoffnung verloren.

Fran

 

Liebe Anne,

du wolltest doch so gerne mal ein Buch veröffentlichen. Du fragst dich jetzt bestimmt, woher ich das weiß. Dein Vater hat dein Tagebuch veröffentlicht und dazu wollte ich dir ein paar Dinge anvertrauen.

Zuallererst, möchte ich, dass du weißt, dass es mir sehr leidtut, dass du so schreckliche Dinge durchstehen musstest. Heutzutage und in dem Deutschland, in dem ich lebe, ist so etwas für mich gar nicht vorstellbar.

Ich kann mir denken, wie schwer es für dich war, jeden Tag dasselbe zu tun und von den gleichen Menschen umgeben zu sein. Ich kenne zwar das Gefühl, mehrere Tage dasselbe zu tun und zuhause zu sein, aber zwei Jahre lang nur zu bestimmten Uhrzeiten die Erlaubnis zu haben mich zu bewegen, könnte ich nicht ertragen.

Es war für mich auch sehr traurig zu lesen, dass du kein gutes Verhältnis zu deiner Mutter hattest. In meinem Leben spielt meine Mutter eine sehr wichtige Rolle und ich weiß nicht, wie es sein muss, ihr nicht von meinen Problemen zu erzählen und mir ihren Rat anhören zu können, denn immer, wenn es mir nicht gut geht, hilft sie mir so gut sie kann. Auch wenn ich mit Peter solche Probleme gehabt hätte, hätte ich das Bedürfnis, es jemandem zu sagen und wäre wahrscheinlich zu meiner Mutter gegangen. Du hast es zwar in dein Tagebuch geschrieben, aber ich würde mich dadurch nicht viel besser fühlen. Natürlich kann ich mich nicht in deine Lage hineinversetzen, aber du hattest wohl keine andere Möglichkeit. Zu deinem Problem mit Peter wollte ich, dass du weißt, dass ich finde, dass du das Richtige getan hast, also deine Beziehung mit ihm beendet hast. Meiner Meinung nach ist es sehr wichtig, über Probleme zu reden, aber ich denke, es hätte keinen Sinn gemacht, mit ihm offen über alles zu reden, weil er ja sonst auch nicht über seine Gefühle geredet hat.

Dein Buch ist so gut geschrieben, obwohl du noch so jung warst. Ich würde gerne mehr über all das lesen, was dich bewegt hat. Du hast viele verschiedene Aspekte in deinem Tagebuch angesprochen: Liebe, Hass, Probleme mit der Familie und der Situation mit den Juden zu deiner Zeit.

Deine Kathi